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Mycoplasma genitalium

Mycoplasma genitalium (MG) ist ein zellwandloses Bakterium und ein «alter Bekannter» der Menschheit. Ein Befall mit MG macht nur selten Probleme – die allermeisten Genitalinfektionen mit MG gehen ganz ohne oder nur mit minimalen Symptomen einher, und der Erreger verschwindet nach Monaten wieder von selbst. 

Warum dann die Aufregung, die in letzter Zeit rund um MG teilweise entfacht wurde?


Dies hat mehrere Gründe:

- Bei Männern, die Sex mit Männern haben, könnte sich die Häufigkeit von Harnröhrenentzündungen durch Zusammenhang mit MG und die damit assoziierten Beschwerden verstärkt haben. Dies ist zu beobachten.

- Die Behandlung von MG muss an eine veränderte Resistenzsituation angepasst werden. Über die letzten Jahre hatte die Behandlung von Chlamydien vor allem auf Azithromycin gesetzt. Auch bei der Behandlung von Gonokokken war Azithromycin eingesetzt worden, zur Verstärkung der Behandlung von Ceftriaxonbehandlungen. Dies hat zu vermehrtem Resistenzdruck auf MG geführt. 


- Häufiger als früher listen Labors alle nachgewiesenen Erreger auf. Dementsprechend werden auch «innocent bystanders» häufiger erwähnt.


Als einfachste goldene Regel gilt weiterhin: nachgewiesene MG sollte nur behandelt werden, wenn Symptome bestehen und Chlamydien und Gonokokken als Verursacher ausgeschlossen sind.