Impfung gegen Papillomaviren

Information der Woche, 04.10.2019

keine Auslösung von Autoimmunerkrankungen
Die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) schützt gegen Genitalwarzen und Krebserkrankungen im Genitalbereich. In der Schweiz wird sie allen Jugendlichen möglichst vor Start der sexuellen Aktivität empfohlen, die Kosten werden von den Krankenkassen bis zum 27. Geburtstag getragen (siehe unsere Informationen über die Impfungen und den Wirksamkeitshinweis.
Kein Zusammenhang mit der Auslösung von Multipler Sklerose
Nach der weltweiten Zulassung des Impfstoffs vor über 10 Jahren waren Fälle von Multipler Sklerose nach der Impfung aufgetreten. In der Folge konnte gezeigt werden: die Multiple Sklerose war nicht durch die Impfung ausgelöst worden; es handelte sich um ein zufälliges zeitliches Zusammentreffen. Jugendliche Mädchen und junge Frauen haben häufiger Autoimmunkrankheiten als die Gesamtbevölkerung, und die ersten Zeichen dieser Erkrankungen können zeitlich mit dem Beginn der HPV-Impfungen zusammenfallen.

Auch kein Zusammenhang mit der Auslösung von anderen Autoimmunerkrankungen
Eine kürzlich erschienene Übersichtsarbeit (Jiang et al Vaccine 2019)
erweiterte die Suche auf andere Arten von Autoimmunerkrankungen. Diese betreffen u.a. Schilddrüse, Nervensystem, Magen-Darm-Trakt, Muskeln, Knochen, Blut und Haut. Es wurden alle von Beginn der Impfungen bis Juni 2018 publizierten Studien aufwendig analysiert. Zusätzlich wurden als Kontrollpersonen Daten zu Nichtgeimpften beigezogen. 
Es konnte gezeigt werden: die HPV-Impfung führt nicht zu einer Auslösung von Autoimmunerkrankungen. 
Und: bei bereits an Autoimmunerkrankungen leidenden Personen löst die Impfung keinen Krankheitsschub aus.


Vorläufig können diese Schlussfolgerungen nur für Mädchen/junge Frauen gezogen werden. Erst in wenigen Ländern (inklusive Schweiz) werden jetzt auch Jungen/Männer geimpft. Eine erste Studie hat auch bei diesen keinen Zusammenhang von Autoimmunerkrankungen und HPV-Impfung gesehen.

Diese Daten bestätigen einmal mehr:
Die HPV-Impfung wird gut vertragen.
Wir zitieren infovac.ch mit einer Aussage zur HPV-Impfung:

«Nach 20 Jahren Anwendung und mehr als 270 Millionen verabreichten Impfdosen sind als einzige Nebenwirkungen Hautreaktionen an der Einstichstelle beobachtet worden.»